Wenn's zu Hause nicht mehr geht. Eltern lösen sich von ihrem behinderten Kind
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Auszug des mit Behinderung lebenden Kindes
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Wenn's zu Hause nicht mehr geht. Eltern lösen sich von ihrem behinderten Kind (Taschenbuch) „Letztendlich müssen sich alle Eltern von ihren Kindern lösen - gleich ob ihre Kinder behindert sind oder nicht - und sie ihr Leben leben lassen. Eltern und Kinder müssen also lernen, einander loszulassen." (S. 10) „Andere Kinder lösen sich von ihren Eltern, das ist auch nicht ganz einfach, aber es ist gut so. Wir müssen auch das noch selbst tun - und sie von uns lösen um ihrer selbst willen - obwohl wir sie immer beschützen möchten. Das muß man sich einmal vorstellen!" (S. 57)

In diesem Buch werden anhand von 9 Berichten die Lebensbiographien der Familien mit ihren Kindern, die mit einer schweren Behinderung leben, sehr lebendig und beeindruckend dargestellt. Die räumliche Trennung zwischen den Eltern und ihren besonderen Kindern erfolgte zwischen dem 4. Und dem 14. Lebensjahr.
Die Erlebnisse und auch das emotionale Erleben der Eltern bis zur externen Unterbringung des Kindes und über diesen Tag hinaus bis in die Gegenwart werden so packend erzählt, dass der Leser in diese besondere Lebenswelt tief eintauchen kann.
Im Anschluß an diese Kurzbiographien erarbeiten die Autoren 5 Schritte als „Stationen auf dem Weg zur Lösung". In den Erläuterungen der beiden Autoren spiegelt sich ein tiefes Mitempfinden der Lebenssituation der Eltern wider. Ein anprechendes und verdeutlichendes „Wortspiel" findet sich in der Differenzierung zwischen „Heim-Weh" des Kindes und „Kind-Weh".der Eltern.
Was mir allerdings fehlt ist der andere Aspekt der externen Unterbringung unserer mit Behinderung lebenden Kinder. Was ist, wenn die Eltern nicht die optimale Einrichtung für die Kinder gefunden haben?
Wie geht es den Müttern und Vätern, wenn die Kinder plötzlich stundenlang schreien und medikamentös ruhig gestellt werden?
Wie soll es weitergehen, wenn z.B. die mit Behinderung lebenden Kinder nur körperlich versorgt werden und der menschliche Aspekt auf der Strecke bleibt?
Wie verhalten sich die Eltern, wenn die Kinder "schlecht" behandelt, vielleicht sogar körperlich mißhandelt werden...?
Ich kenne viele Eltern, die sehen, dass es ihrem (erwachsenen) Kind in der gegenwärtigen Einrichtung nicht gut geht. Die aber nicht die Kraft haben, es wieder komplett Zuhause aufzunehmen. Die zwar versuchen, die Kinder möglichst oft zu unterstützen aber selber einfach nicht mehr können.
Dieser weniger positive Aspekt und die möglichen Lösungen und Unterstützungen fehlen eindeutig in diesem Buch.
Das Buch ist sicherlich ein Mut-mach-Buch, um den Eltern (auch von erwachsenen mit Behinderung lebenden Menschen) den Abschied zu erleichtern... Aber m.E. nicht an der Realität orientiert, sondern positiv und einseitig gefärbt. Dadurch verliert es an Authentizität, die gerade Eltern in solch einer schwierigen Entscheidungsphase, wie die Trennung von ihrem Kind, dringend benötigen.
Trotz dieses Kritikpunktes ein lesens- und empfehlenswertes Buch.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 23. Januar 2004
Kundenrezensionen:
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